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  Süße Täuschung
  Oft, wenn ich bei der Sterne Schein
  Zum Kirchhof meine Schritte lenke
  Und mich so tief, so ganz hinein
  In jene selge Zeit versenke,
  Wie wir zusammen Hand in Hand
  Hier wandelten in stillem Wehe,
  Da ist es mir, als ob das Band
  Noch immer heiter fortbestehe.
 
  Wir gehen fort und immer fort
  Und schaun die Gräber in der Runde,
  Du hast für jegliches ein Wort
  Und sprichst es aus mit sanftem Munde,
  Du sprichst vom frühen Schlafengehn
  Und von der Eitelkeit der Erde
  Und von dem großen Wiedersehn,
  Das Gott uns nicht versagen werde.
 
  Und kommt zuletzt dein eigen Grab,
  So rufst du aus: "Wir müssen scheiden!
  Der Vater ruft die Tochter ab.
  Wir wußten's längst und wollen's leiden!"
  Und ruhig wandle ich hinaus,
  Wie einst aus deines Vaters Garten,
  Wenn er dich heim rief in das Haus,
  Du aber sprachst, ich solle warten.
  Friedrich Hebbel 1813 - 1863
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